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Analyse Evonik Aktie

Eckdaten zur Evonik Aktie

Evonik AktieWert
NameEvonik Industries AG
HauptsitzEssen, Deutschland
Gründungsjahr2006 / Vorgängergesellschaften 1847
Mitarbeiter32.661
ISINDE000EVNK013
WKNEVNK01
TickerEVK
Ausstehende Aktien466.000.000
Börsenwert12,6 Mrd. EUR
Investor Relations WebsiteLink
Letzter GeschäftsberichtGeschäftsbericht 2020 (Geschäftsjahr endet am 31.12.2020)
Umsatz letztes Jahr12,2 Mrd. EUR
Stand 19.09.2021

Geschäftsmodell von Evonik

Was macht Evonik?

Die Evonik Industries AG ist ein Spezialchemieunternehmen mit Sitz in Essen, Deutschland. Das Unternehmen ist in den Segmenten Specialty Additives, Nutrition & Care, Smart Materials, Performance Materials und Services tätig. Näheres zu den Produkten und Segmenten siehe weiter unten.

Evonik ist im asiatisch-pazifischen Raum, in Europa, im Nahen Osten, in Afrika, in Mittel- und Südamerika sowie in Nordamerika tätig und betreibt weltweit 27 Produktionsanlagen. Zurzeit arbeiten ca. 33.000 Mitarbeiter für das Unternehmen Die Evonik Industries AG ist eine Tochtergesellschaft der RAG-Stiftung.

Evonik Aktie Aktienanalyse Fundamentale Analyse DCF Fair Value Dividende Q2 2021 2022 Kennzahlen Prognose
Evonik Zentrale in Essen / Quelle: Website

Wie ist Evonik organisiert?

Das Unternehmen ist in den Segmenten Specialty Additives, Nutrition & Care, Smart Materials, Performance Materials und Services tätig.

Was für Produkte stellt Evonik her? Welche Dienstleistungen erbringt Evonik?

Das Segment Specialty Additives bietet Produkte für Konsumgüter und spezielle industrielle Anwendungen.

Das Segment Nutrition & Care bietet spezielle chemische Produkte für den Einsatz in Konsumgütern, Tiernahrung und Gesundheitsprodukten.

Das Segment Smart Materials stellt Chemikalien für die Automobilindustrie, Farben, Beschichtungen und Klebstoffe für das Bauwesen und verschiedene andere Sektoren her.

Das Segment Performance Materials stellt polymere Materialien und Zwischenprodukte für die Gummi-, Kunststoff- und Automobilindustrie her.

Das Segment Services bietet Dienstleistungen in den Bereichen Standortmanagement, Ver- und Entsorgung, Technik, Verfahrenstechnik, Engineering und Logistik.

Wie erzielt Evonik seinen Umsatz?

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Evonik Werk in Mobile, Alabama, USA / Quelle: Website

Produktverkäufe erfolgen in allen Segmenten über Rahmenverträge, Kundenvereinbarungen zur Lieferung festgelegter Kapazitäten und kurzfristige Bestellungen.

Die Preise sind in der Regel variabel, das heißt beispielsweise rohstoff-preisbasiert oder energiepreisindexiert, und stehen erst zum Zeitpunkt der Lieferung bzw. des Kontrollübergangs fest.

Dienstleistungen werden im Wesentlichen vom Segment Services und im kleineren Umfang auch von den Chemie-Divisionen (zum Beispiel Lohnfertigung bestimmter chemischer Produkte) erbracht.

Das Segment Services bietet für die vier Chemie-Divisionen und für externe Kunden Leistungen rund um Standortmanagement, Ver- und Entsorgung, technischen Service, Verfahrenstechnik und Engineering sowie Logistik an.

Die Division Nutrition & Care bietet zudem auftragsbezogene Entwicklungen für Kunden.

In den vier Chemie-Divisionen werden darüber hinaus Lizenzen vergeben unter anderem zur Nutzung von Know-how, zum Bau von Anlagen sowie zur Herstellung und zum Vertrieb von Produkten.

Die Umsatzentwicklung der vergangenen Jahre ist sehr volatil. Es ist kein klarer Trend zu erkennen und auch ein Wachstum zu verzeichnen.

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Umsatzentwicklung von 2015 bis 2020 und LTM

Im Folgenden sollen die Umsätze nach Produktkategorien und nach Ländern dargestellt werden.

Umsatz Segment2020Anteil in 20202019Anteil in 2019
Specialty Additives3.22526,4%3.38125,8%
Nutrition & Care2.99224,5%2.92222,3%
Smart Materials3.23526,5%3.37125,7%
Performance Materials1.98316,3%2.63420,1%
Services7346,0%7635,8%
Sonstige300,2%370,3%
TOTAL12.199100,0%13.108100,0%
Umsatz Land2020Anteil in 20202019Anteil in 2019
Europa, Naher Oster & Afrika5.86848,1%6.70051,1%
Nordamerika2.95324,2%2.95222,5%
Mittel- & Südamerika5374,4%5914,5%
Asien-Pazifik2.84123,3%2.86521,9%
TOTAL12.199100,0%13.108100,0%

Was sind die wichtigsten Kostenblöcke des Unternehmens?

Zu den größten Kostenblöcken gehören die Umsatzkosten, die Vertriebs- und Verwaltungskosten und die Forschungs- und Entwicklungskosten.

Im Diagramm stellen wir nicht die Umsatzkosten selbst dar, sondern die Gross Margin. Die Gross Margin ist seit 2016 von 33,0% auf 27,6% in 2020 um 5,4pp gesunken. Ursächlich hierfür waren sinkende Verkaufspreise und teilweise auch steigende Rohstoffpreise. Die SGA-Kosten sind im gleichen Zeitraum von 17,3% auf 16,4% gesunken. Das sind allerdings nur 0,9pp. Wie weiter unten in der Margenanalyse dann zu sehen ist, hat sich dadurch die operative Marge kontinuierlich verschlechtert. Die Kosten für Forschung- und Entwicklung als Anteil am Umsatz sind relativ konstant geblieben.

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Was für einen Burggraben bzw. was für einen Wettbewerbsvorteil hat Evonik?

Nach eigener Aussage haben 80% der Produkte von Evonik eine führende Marktstellung. Ansonsten ist das Geschäft von Evonik sehr speziell und auch schwer zu verstehen. Man könnte meinen, dass solch spezielle Produkte eine gewisse Stellung im Markt mit sich bringen, jedoch ist dies zumindest an den Zahlen keineswegs erkennbar. Die Gross Margin ist zwar ok, aber die Entwicklung spricht nicht unbedingt für eine große Marktmacht, bzw. Preissetzungsmacht. Zu hoch sind hier die Schwankungen und zu deutlich die negative Entwicklung in den letzten Jahren.

Eine wichtige Erkenntnis für jeden Investor muss sein, dass ein nachhaltiger Wettbewerbsvorteil oder Burggraben auch in den Zahlen eines Unternehmens erkennbar sein muss.

Fundamentale Analyse und Kennzahlen zu Evonik

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Evonik Werk Mobile Alabama / Quelle: Website

Ist Evonik profitabel?

Evonik konnte in den vergangenen Jahren positive Ergebnisse erwirtschaften. In 2019 hat ein Steuereffekt das Nettoergebnis positiv beeinflusst, ohne Auswirkungen auf das operative Ergebnis zu haben.

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Ein Blick auf die Margenentwicklung ist sehr ernüchternd. In der FCF und Net Margin (rot und blau) ist wenig Konstanz zu erkennen. Die operative Marge dagegen ist ein Warnsignal. Diese sinkt Jahr für Jahr. In den letzten 12 Monaten (LTM) ist diese zwar wieder etwas gestiegen, aber angesichts des absoluten Booms in der Chemieindustrie wäre alles andere eine Katastrophe für ein Spezialchemieunternehmen.

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Die Entwicklung des Cashflows, sowohl des operativen und des freien Cashflows, sind wenig spektakulär. Man sieht auf den ersten Blick eine gewisse Volatilität.

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Aus der Tabelle ist zu entnehmen, dass die FCF Marge verhältnismäßig volatil ist mit einer mittleren Abweichung von 1,6% bei einem Durchschnittswert von 5,6%. Der Einmaleffekt aus 2017 verzerrt etwas das Bild bei der Net Margin, da ist die „normalisierte“ Net Margin aussagekräftiger. Diese ist mit 0,9% mittlerer Abweichung bei einer durchschnittlichen Net Margin von 6,3% auch eher volatil als konstant.

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Insgesamt betrachtet ist die Profitabilität von Evonik nur durchschnittlich.

Ist Evonik rentabel?

Neben der Profitabilität ist es auch wichtig, wie rentabel ein Unternehmen wirtschaftet, also wie hoch das eingesetzte Kapital verzinst wird. Die Rendite ist im Analysezeitraum insgesamt gesunken. Das liegt an den schon dargestellten rückläufigen Margen, aber auch gleichzeitig am steigenden Gesamtvermögen von Evonik. Zu betonen ist jedoch auch, dass das Geschäft relativ kapitalintensiv ist. Die Kapitalkosten werden zwar noch überstiegen, aber wirklich überzeugend ist auch das nicht.

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Wie sieht die Verschuldung von Evonik aus? Wie finanziert sich das Unternehmen?

Beim Thema Finanzierung, Verschuldung und Kapitalstruktur ist bei Evonik alles im grünen Bereich. Die Nettoverschuldung ist zwar im Vergleich zu den Vorjahren wieder etwas gestiegen, befindet sich aber noch auf sehr moderatem Niveau. Die Eigenkapitalquote von fast 40% ist sehr stark.

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Wächst Evonik?

Das Thema Wachstum ist bei Evonik der große Minuspunkt in unserer Analyse. Da passiert leider nicht viel. Trotz steigendem Working Capital und relativ konstanten CAPEX Ausgaben kann das Unternehmen kein nachhaltiges Wachstum vorweisen. Im Analysezeitraum gab es im Wesentlichen zwei wichtige Akquisitionen in 2017 (Air Products und Huber) und eine wichtige Devestition in 2019 (Methacrylatgeschäft). Auch in diesen Jahren ist kein Erfolg zu verzeichnen.

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Die durchschnittlichen Investitionen in CAPEX betrugen in den vergangenen Jahren ca. 7,2% des Umsatzes, was relativ viel ist, jedoch für ein Chemieunternehmen nicht ungewöhnlich. Das Geschäft ist einfach eher kapitalintensiv.

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Dividende und Aktienrückkäufe von Evonik

Zahlt Evonik eine Dividende?

Evonik hat zuletzt eine Dividende i.H.v. 1,15 EUR ausgeschüttet. Das entspricht einer Dividendenrendite von 4,3%. Die Ausschüttungsquote auf den freien Cashflow beträgt im Durchschnitt 43,7%.

Kauft Evonik eigene Aktien?

Evonik erwirbt nur im Rahmen des Mitarbeiteraktienprogramms eigene Aktien. Es gibt kein Aktienrückkaufprogramm wie aus den USA bekannt.

Bewertung der Evonik Aktie und Prognose

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Evonik Brasilien / Quelle: Website

Wie ist die Prognose zu Evonik?

Basierend auf den neuen Erkenntnissen haben wir unser DCF Modell angepasst. Die folgenden Ausführungen beziehen sich auf unser Baseline Szenario. Das ist das mittlere Ergebnis aus 25 verschiedenen Szenarien, das von diesen die höchste Eintrittswahrscheinlichkeit.

Den Wachstumsfaktor für den Terminal Value haben wir auf 2,01% gesetzt. Der WACC beträgt für unsere Berechnungen 5,590%.

Wir gehen von einem Umsatz in 2021 von 13,1 Mrd. EUR aus, der bis 2025 auf 14,2 Mrd. EUR steigen wird. Für 2021 schätzen wir nun Owners Earnings i.H.v. 0,2 Mrd. EUR und für 2025 i.H.v. 0,6 Mrd. EUR.

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Was ist der Fair Value der Evonik Aktie?

Basierend auf unseren Annahmen und Schätzungen haben wir einen Fair Value in Höhe von 28 EUR je Aktie ermittelt. Beim momentanen Aktienkurs von ca. 27 EUR ergibt sich eine Sicherheitsmarge von 104%. Das bedeutet, dass die Aktie zurzeit fair bewertet ist.

Hinweis: Die Margin of Safety wird wie folgt berechnet: Fair Value / Aktienkurs. Ist die Margin of Safety kleiner als 100% so ist von einer Überbewertung der Aktie auszugehen. Ist die Margin of Safety dagegen größer als 100%, kann von einer Unterbewertung der Aktie gesprochen werden.

Wie könnte sich der Fair Value der Evonik Aktie entwickeln?

Wir schätzen, dass der Fair Value der Aktie in 2 Jahren bei ca. 29 EUR liegen wird.

Zusammenfassung und Fazit zur Evonik Aktie

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Evonik Werk Antwerpen, Belgien / Quelle: Website

An dieser Stelle fassen wir zunächst die Kernaussagen unserer Evonik Analyse zusammen:

  • Evonik ist mittelmäßig profitabel und rentabel.
  • Das Geschäft ist eher unberechenbar und verschlechterte sich im Analysezeitraum.
  • Die Verschuldung ist gut und die Bilanz solide.
  • Die Aktie ist unserer Einschätzung nach im Moment fair bewertet.
  • Solide Dividende mit attraktiver Rendite.
  • Sehr komplexes und spezielles Geschäft.
  • Marktstellung von außen schwer einschätzbar.
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Evonik ist ein sehr interessantes Unternehmen mit einem sehr speziellen und komplexen Geschäft. Für uns ist es schwer einschätzbar wie das Unternehmen in seinen Märkten positioniert ist. Die fundamentalen Daten sind wenig überzeugend. Darüber hinaus empfinden wir die Berichterstattung des Unternehmens oft zu optimistisch und zu wenig kritisch. Es werden viele Erfolge genannt und Entwicklungen positiv dargestellt, aber der Blick auf das Gesamtbild ist konträr.

Auf Basis der momentanen Informationen halten wir die Aktie zum heutigen Zeitpunkt für fair bewertet.

Vielen Dank für ihr Interesse und fürs Lesen!

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Bitte beachten Sie unsere rechtlichen Hinweise zur Aktienanalyse.

Die Analyse stellt keine Anlagenberatung dar oder eine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf der Aktie. Der Autor ist in diese Aktie nicht investiert.

Quelle Beitragsbild und Fotos: CANVA, Pixabay, Pressefotos Website