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Update Q3 2020 Home Depot Aktie

Q3 2020 Earnings von The Home Depot

The Home Depot Inc. hat vor kurzem die Zahlen zum dritten Quartal 2020 veröffentlicht.

“The third quarter was another exceptional quarter for The Home Depot as we saw the continuation of outsized demand for home improvement projects, which has led to sales growth of more than $15 billion through the first nine months of the year”

Craig Menear, CEO The Home Depot – Q3 Report
Q1-Q3 2020Q1-Q3 2019rel. Abw.
Umsatz99.84984.443+18,2%
Net Income10.00911.242-10,9%
Net Margin10,0%10,5%-4,7%
Free Cashflow15.9648.913+79,1%
Operativer CF17.41510.793+61,3%
Übersicht Q3 Ergebnis

Wie auch die US-amerikanischen Märkte Kroger, Target und Wal Mart profitiert The Home Depot stark von der COVID-19 Krise. Der Umsatz ist im Vergleichszeitraum um 18,2% gestiegen. Vor allem der operative und freie Cashflow haben sich stark erhöht (Vgl. Tabelle).

Auch wachsen die Onlineverkäufe von The Home Depot mit einem Wachstum von derzeit +80% YOY sehr stark. Die Anzahl der Märkte betrug zum Stichtag 2.295.

Darüber hinaus hat das Home Depot Management die erfolgreiche Akquisition von „HD Supply“ veröffentlicht. Hierbei handelt es sich um einen Industriedienstleister, der professionelle Kunden in den Bereichen Wartung, Reperatur, Betrieb und Infrastruktur unterstützt und dazugehörige Produkte anbietet. In 2019 erzielte das Unternehmen einen Umsatz in Höhe von 7,39 Mrd. USD.

Update Bewertung der Home Depot Aktie

Basierend auf den neuen Erkenntnissen haben wir unser DCF Modell angepasst.

Den Wachstumsfaktor für den Terminal Value haben wir auf 1,257% gesenkt (vorher 2,0%). Der Grund hierfür ist unsere Einschätzung, dass durch die Covid-19 Krise und dem momentanen Boom bei Home Depot viel potentielles Wachstum vorweggenommen wird.

Der WACC hat sich durch die Aktualisierung der Eigenkapital- und Fremdkapitalkosten von 5,754% auf 6,321% erhöht.

Darüber hinaus haben wir unsere Schätzung für den Umsatz, das Net Income und die Owners Earnings auf Basis der neuen Erkenntnisse aus dem Q3 Report von The Home Depot aktualisiert.

Wir gehen nun von einem Umsatz in 2020 von 130,3 Mrd. USD aus, der bis 2025 auf 164,3 Mrd. USD ansteigen wird (vorher 118,1 Mrd. USD/keine Einschätzung für 2025). Für 2020 schätzen wir für Home Depot nun Owners Earnings i.H.v. 17,9 Mrd. USD und für 2025 i.H.v. 15,4 Mrd USD (vorher 9,3 Mrd. USD).

Home Depot Aktie DCF Verfahren

Diese Anpassungen führen zu einem Equity Wert i.H.v. 283,2 Mrd. USD (vorher 269,6 Mrd.). Somit steigt der Fair Value je Aktie von 251,23 USD auf 263,72 USD. Angesichts des momentanen Kurses ist die Aktie u.E.n. fair bewertet.

WertBetrag
Fair Value Q1 2020251,23 USD
Fair Value Q3 2020263,72 USD
Aktienkurs aktuell269,09 USD
Übersicht Fair Value

Fazit und Prognose zur Home Depot Aktie

The Home Depot scheint bisher überdurchschnittlich stark von der COVID-19 Krise zu profitieren. Es wird spannend sein, zu sehen, ob das Unternehmen auch nach der Krise von dem Wachstumsschub profitieren und auch daran anknüpfnen kann. Wir gehen davon aus, dass das Umsatzwachstum in 2021 etwas staginieren wird, da Vieles vorgweggenommen wird. Ähnliche Einschätzungen teilen wir auch bei Kroger und Target, auch wenn diese Unternehmen nicht ganz vergleichbar sind.

Die Akquisition von HD Supply haben wir versucht in der Umsatzentwicklung zu antizipieren, was jedoch eher schwierig ist. Hier gibt es eine zusätzliche Ungenauigkeit in der Prognose.

The Home Depot zahlt weiterhin eine stabile Dividende. Die Dividendenrendite liegt momentan bei ca 2,23%. Im Jahr 2000 zahlte The Home Depot noch 0,04 USD je Aktie Dividende im Quartal. Inzwischen sind es 1,50 USD.

Home Depot Dividend

Die Aktienrückkäufe sind in 2020 deutlich unter dem Niveau der Vorjahre, da das Rückkaufprogramm im März 2020 zunächst eingestellt wurde. Ziel hiervon ist klar die Sicherstellung von Liquidität in so einer unsicheren Phase.

Auch sind die übrigen fundamentalen Kennzahlen solide. Hier eine kurze Übersicht:

KennzahlQ3 2020
Operating Margin14,2%
Net Margin10,0%
Free Cashflow Marge16,0%
Langfristige Verb. / Op CF1,89

Auf Basis unserer Ermittlung schätzen wir die Aktie als fair beweret ein. Die Sicherheitsmarge beträgt 98%. Es sollte von dieser Aktie zwar kein Kursfeuerwerk erwartet werden, wer jedoch nach einer soliden Value Aktie sucht, könnte bei dieser richtig sein.

Vielen Dank für Ihr Interesse und fürs Lesen!

Hier finden Sie übrigens unsere bisher erschienenen Analysen zu dieser Aktie:

Q1 2020,

*** Wenn Sie unsere Aktienanalysen hilfreich finden, dann schauen Sie doch auf unsere Übersicht. Dort finden Sie regelmäßig aktualisierte und neue Aktienanalysen.

Bitte beachten Sie unsere rechtlichen Hinweise zur Aktienanalyse.

Die Analyse stellt keine Anlagenberatung dar oder eine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf der Aktie. Der Autor ist in diese Aktie nicht investiert.

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Analyse Oracle Aktie

Beschreibung des Unternehmens Oracle Corporation

Die Oracle Corporation ist ein US-amerikanischer Technologiekonzern mit Sitz in Austin, Texas, USA. Erst im Dezember vergangenen Jahres ist Oracle aus dem Silicon Valley aus steuerlichen Gründen nach Texas gezogen. Das Unternehmen beschäftigte zum 31.05.2020 ca. 135.000 Mitarbeiter weltweit. Der 31. Mai ist zugleich der Bilanzstichtag des Unternehmens.

Oracle hat weltweit in 175 Ländern ca. 430.000 Kunden. Bekannt ist Oracle vor allem für seine Datenbanktechnologie. Zu den Produkten und Dienstleistungen von Oracle gehören zudem Infrastrukturlösungen, Cloudlösungen, Softwareanwendungen, Oracle ERP, IT-Beratungsleistungen und vieles mehr. Insbesondere durch viele Akquisitionen in den vergangenen Jahren hat sich die Produktvielfalt stark erhöht. Im Moment richtet das Management von Oracle die Strategie vor allem auf die wachstumsstarke Cloud, sowie ERP und CRM Anwendungen aus.

Zusammenfassend ist jedoch das Folgende wichtig. Das Geschäft von Oracle unterscheidet sich in drei berichtspflichtige Segmente: Cloud and License, Hardware und Services.

Im GJ 2020 hat Oracle einen Umsatz von ca. 39 Mrd. USD erzielt und dabei einen Gewinn in Höhe von 10 Mrd. USD erwirtschaftet.

  • WKN: 871460
  • ISIN: US68389X1054
  • Ticker: ORCL
  • Kurs zum Bewertungszeitpunkt: 63,75 USD
  • Aktuelle Dividende je Aktie: 0,24 USD / Quartal

Bilanz / GuV / Cashflow der letzten Jahre

Oracle Bilanz Aktie
Bilanz 2015 bis Q2 2021

Wie bei jeder fundamentalen Analyse ist ein Blick in die Bilanz von Oracle der erste Schritt unserer Analyse. Auf der Aktivseite (Assets) ist eine große Kontinutität erkennbar. Damit wollen wir sagen, dass sich die Zusammensetzung der Aktivseite nicht wirklich stark verändert hat.

Anders sieht es auf der Passivseite der Bilanz aus. Auffällig ist dabei vor allem, dass das Eigenkapital stark gesunken ist. Dies liegt an den Aktienrückkäufen, die das Eigenkapital des Unternehmens schmälern. Darüber hinaus sind die langfristigen Verbindlichkeiten seit 2015 stetig angestiegen. Dadurch reduzierte sich u.a. die Eigenkapitalquote von 44,3% in 2015 auf momentan 7,8%.

Die stetig ansteigende Schuldenlast wird im Laufe dieser Analyse immer wieder angesprochen, da sie sich in verschiedenen Kennzahlen widerspiegelt.

Oracle GuV Aktie
GuV 2015 bis 2021 Q2

Die GuV von Oracle gibt uns erstmal einen guten Überblick über die Ergebnisse und die Entwicklung im Zeitablauf. Die Gross Margin bewegt sich mit durchschnittlich 79,9% auf sehr hohem Niveau. Die SGA Aufwendungen betragen ca. 28,6% des Umsatzes, die Forschungs- und Entwicklungskosten (R&D) im Durchschnitt etwa 15,4%.

Besonders hervorzuheben ist, dass die Standardabweichungen bei den Profitabilitätskennzahlen realtiv gering sind (1,6% bei Net Margin, 0,3% bei Gross Margin, 0,9% bei EBIT Margin). Dies bedeutet, dass das Risiko von Ergebnisschwankungen eher gering ist und das Geschäft sehr konstant ist und somit leichter vorhersehbar ist.

Oracle Cashflow Aktie
Cashflow 2015 bis 2021 Q2

Auch ein Blick auf die Kapitalflussrechnung macht deutlich, dass das operative Geschäft von Oracle eine Gelddruckmaschine ist. Regelmäßig werden Freie Cashflows in zweistelliger Milliardenhöhe erwirtschaftet. Der Anteil der Investitionen am Umsatz beträgt im Durchschnitt 4,1%.

In den vergangenen Jahren hat Oracle sehr viele eigene Aktien gekauft. So beträgt die Payout Ratio, ermittelt als Anteil der Dividendenzahlungen und Aktienrückkäufen am Jahresüberschuss, im Durchschnitt 174,8%. Dies sehen wir sehr kritisch. Darauf werden wir noch im Laufe dieser Analyse eingehen.

Im nächsten Kapital der Aktienanalyse der Oracle Aktie schauen wir uns die Segmente an.

Überblick Oracle Segmente

Wie schon zu Beginn erläutert, steuert das Management von Oracle die Gruppe mit Hilfe von drei Geschäftseinheiten oder Segementen. Alle drei Segmente sind sehr profitabel, wobei der Bereich Services dabei sehr stark von den anderen abweicht und „nur“ eine operative Marge von 14,5% (2020) erreicht hat. Vor allem sinkt in diesem Bereich die Marge seit 2018 kontinuierlich.

Oracle Segmente Aktie

Das Segment Hardware ist sehr profitabel und die Margin ist von 45,2% in 2018 auf 55,3% in 2020 gestiegen. Allerdings ist gleichzeitig der Umsatz in diesem Bereich sehr stark gesunken.

Das einzige Segment, das positive Wachstumsraten aufweisen kann ist der Bereich Cloud and license. Dieses ist auch das profitabelste und das Segement, auf das die Strategie des Mangagements ausgerichtet ist. Hier besteht die Hoffnung, dass das Wachstum in Zukunft weiter gesteigert werden kann.

Im nächsten Schritt wagen wir einen Blick auf die fundamentalen Kennzahlen der Oracle Aktie.

Kennzahlen für die Aktienanalyse

Oracle Profitabilität Aktie
Profitabilität von 2015 bis 2020 Q3

Die Net Margin von Oracle berug im Q2 2021 24,5%. Im Durchschnitt beträgt diese 25,2%. Die Operating Margin liegt im Q2 2021 bei 35,4% und somit 0,5PP schlechter als der Durchschnitt der letzten 6 Jahre (35,9%). Die Free Cashflow Marge lag im Q2 2021 bei 33,1% und im Durchschnitt bei 32,8%.

Als Zwischenergenis ist zu sagen, dass die Profitabilität von Oracle sehr gut ist.

Oracle Rentabilität Aktie

Der Return on Equity lag in 2020 bei 79,7% und im Durchschnitt bei 25,1%. Die große Diskrepanz liegt am Leverage Effekt. Die EK Quote ist durch die Aufnahme von Schulden und durch die Aktienrückkäufe durchgängig stark gesunken, was gleichzeitig zu einer höheren EK-Rendite führt. Der Return on Invested Capital (ROIC) liegt im Durchschnitt bei 24,5% und ist an dieser Stelle aussagefähiger. Neu in unserer Analyse ist der Return on Assets (ROA). Dieser beträgt im langfristigen Durchschnitt 8,1%.

Logische Konsequenz der starken Profitabilität ist auch die sehr gute Rentabilität.

Oracle Verschuldung Aktie

Oracle hat in den vergangenen Jahren eine sehr hohe Schuldenlast aufgebaut. Die Leverage Ratio beträgt moment sehr hohe 821,5% und die Debt/op. CF betrug in 2020 5,45. Ein Wert über 5 ist besonders kritisch zu sehen und wird unter anderem in der Regel von Rating Agenturen wie Moodys, entsprechend berücksichtigt. Die Nettoverschuldung ist seit 2015 um unglaubliche 44 Mrd. USD gestiegen.

Nachdem wir die fundamentalen Kennzahlen analysiert haben geht es an die DCF Bewertung.

Bewertung der Oracle Aktie

BewertungskennzahlWert
DCF Fair Value65,76 USD
Übersicht Bewertungsergebnis

Für das DCF Verfahren sind folgende Schätzungen und Parameter in die Berechnung eingeflossen.

  • WACC: 5,733%
  • Wachstumsfaktor TV: 0,385%
  • Taxrate: 27%
in Mio EUR.202020212022202320242025
Sales39.06840.16940.61741.06541.51341.961
Owners Earnings11.19612.94312.99113.13313.27613.418

Der Equity Value, ermittelt mittels DCF Verfahren, beträgt somit ca. 202 Mrd. USD. Das entspricht einem Wert je Aktie von 65,76 USD. Die Sicherheitsmarge beträgt somit etwa 103%. Damit wäre die Aktie fair bewertet.

Erläuterungen zur Oracle Aktie Aktienanalyse

Oracle ist ein sehr gut etabliertes Technologieunternehmen, dem oft nachgesagt wird, dass es die beste Zeit schon hinter sich hat. Ähnlich wie IBM steht Oracle in einer Phase des Umbaus und der Neusausrichtung. Wie so viele andere (z.B. Microsoft oder Amazon) setzt das Management voll auf die Cloud. In den Zahlen von Oracle ist diese strategische Ausrichtung zwar durchaus zu erkennen, doch die Erfolge sind bisher eher rar. Das Umsatz- und Gewinnwachstum der vergangenen Jahre ist eher mau. Ganz im Gegenteil zu den oben genannten Konkurrenten.

Es steckt zwar sehr viel Potential im Bereich Cloudlösungen, doch sind wir bisher nicht wirklich von der erfolgreichen Umsetzung der Strategie bei Oracle überzeugt. Bisher fehlt noch der „Wow“- Moment, auch wenn die Entwicklung im GJ 2021 auf den ersten Blick durchaus erfreulich ist.

„Oracle’s Gen2 Cloud Infrastructure is adding customers and growing revenue at a rate well in excess of 100% per year,” said Oracle Chairman and CTO, Larry Ellison. “Demand for our Gen2 Cloud Infrastructure is exceeding our plan and we are opening new datacenters as fast as we can. Oracle opened 13 additional regional datacenters in 2020 to bring our total to 29 regional datacenters worldwide, more than AWS.”

Q2 2021 Report von Oracle

Für unser DCF Verfahren haben wir die Entwicklung von Oracle mittels statistischer Analysen prognostiziert und sind dennoch erstmal vorsichtig. Unsere Umsatz- und Owners Earnings-Schätzung für 2021 bis 2025 hat sich nun wie folgt dargestellt:

Oracle DCF Verfahren Aktie

Im Jahr 2021 haben wir Umsatzerlöse i.H.v. 40.169 Mio. USD geschätzt. Für das Jahr 2025 erwarten wir einen Anstieg auf 41.961 Mio. USD. Die Owners Earnings haben wir mit 12,9 Mrd. USD für 2021 und mit 13,4 Mrd. USD für 2025 geschätzt (vgl. Tabelle oben).

Die Owners Earnings leiten sich ab aus dem Net Income, abzüglich den geschätzten Investitionen, Working Capital Bedarf und sonstigen zahlungsunwirksamen Effekten.

Für den Terminal Value haben wir einen Wachstumsfaktor von 0,385% geschätzt. Daraus ergibt sich ein Fair Value je Aktie von ca. 65,76.

Somit scheint die Aktie im Moment fair bewertet zu sein.

Wie gewohnt beurteilen wir im nächsten Schritt die fundamentale Aktienanalyse. Diese führen wir wie gewohnt in den Kategorien Wachstum, Profitabilität, Rentabilität und Kapitalstruktur durch.

Wachstum

Das Umsatzwachstum in den vergangenen 5 Jahren von Oracle betrug im Durchschnitt 0,4%. Das Net Income ist im gleichen Zeitraum um 0,4% gestiegen. Der operative Cashflow und der Free Cashflow sind im gleichen Zeitraum leicht gesunken.

Oracle Wachstum Aktie

Das sind sehr maue Wachsumsraten und sprechen durchaus für Probleme in der Umsetzung der neuen Strategie. Auch viele neue Akquisitionen konnten hier bislang nur bedingt helfen.

Profitabilität

Das Unternehmen ist hochproftiabel. Die Net Margin betrug im Durchschnitt 25,2%. Die Operating Margin betrug im selben Analysezeitraum durchschnittlich 35,9%. Die Free Cashflow Marge betrug 32,8%. Das Unternehmen nimmt mit diesen Kennzahlen einen absoluten Spitzenplatz ein.

Rentabilität

Der ROIC beträgt im Analyezeitraum durchschnittlich 24,5% und der ROA 8,1%. Diese Zahlen sprechen für sich. Dem ist nichts hinzuzufügen.

Kapitalstruktur und Verschuldung

Die Verschuldung ist unserer Einschätzung nach der große Knackpunkt bei Oracle. Diese ist auch im Zusammenhang mit den hohen Aktienrückkäufen der vergangenen Jahre zu betrachten. Die Nettoverschuldung beträgt 32 Mrd. USD und ist seit 2015 um 44 Mrd. USD gestiegen. Der Verschuldungsgrad beträgt somit 821,5%. Das ist eine sehr fragwürdige Entwicklung

Dividende und Aktienrückkäufe

Oracle hat zuletzt eine Quartalsdividende i.H.v. 0,24 USD je Aktie an Dividende auszuschütten. Das entspricht einer Dividendenrendite von 1,51%.

Oracle Dividende Aktie

Das durchschnittliche jährliche Dividendenwachstum der letzten 5 Jahre betrug 12%.

Bis einschließlich Q2 2020 hat Oracle seit 2015 Aktien im Wert von 97 Mrd. USD zurückgekauft. Dabei hat es 43 Mrd. USD mehr ausgegeben, als es freie Cashflows erwirtschaftet hat. Die restlichen Käufe wurden über Darlehen finanziert. Für uns absolut unverständlich.

Kriteren für den Kauf der Aktie

Fassen wir zusammen und stellen unsere Kriterien nochmals tabellarisch auf:

KennzahlExpectedCurrentAverageKriterium
Net Margin25,3%24,5%25,2%>10%
FCF Marge32,2%29,6%32,8%>5%
Verschuldungk.A.821,5%293,0%<150%
Debt/Op CF.k.A.5,453,61<5
ROICk.A.24,6%24,5%>15%
Umsatzwachstum1,4%1,8%0,4%>5%
Gewinnwachstum0,9%5,5%0,4%>5%
Vergleich fundamentale Kennzahlen mit Kriterien

Prognose und Fazit

Die Oracle Aktie kann mometan 3 von unseren 7 Kriterien erfüllen.

Net Margin: Die geforderte Net Margin von 10% wird mit momentan weiter übertroffen. Auch im Prognosezeitraum wird diese weiterhin stabil bleiben.

FCF Marge: Die FCF Marge ist mit 32,8% im Durchschnitt ebenfalls weit über unserem Kriterium von 5%. Wir schätzen in diesem Fall, dass diese in den kommenden Jahren auf ähnlichem Niveau bleiben wird.

Verschuldung und Debt/OP CF Ratio: Beide Verschuldungskennzahlen sind auf einem kritischen Niveau. Unserer Einschätzung nach muss das Management hier gegensteuern.

ROIC: Ausgehend von unserer Erwartung für die Profitabilität, gehen wir auch davon aus, dass der ROIC weiterhin unser Kriterium erfüllen wird.

Wachstum: Beim Umsatz und Gewinnwachstum gehen wir davon aus, dass unsere Kritien künftig weiterhin nicht erfüllt werden können.

Kurzes Fazit:

Oracle ist durchaus ein interessantes Unternehmen, in dem auch viel „Value“ zu finden ist. Auch die momentane Bewertung scheint i.O. zu sein. Was uns überhaupt nicht gefällt sind die teuren Aktienrückkäufe. Kurspflege ist das eine, aber hier ist das Management weit über das Ziel hinausgeschossen. Aktienrückkäufe mit Schulden zu finanzieren ist für uns ein absolutes No-Go.

Ebenfalls fehlen uns momentan Erfolge beim Wachstum im Cloudbereich. Im Großen und Ganzen wird in den Quartalsberichten sehr positiv davon berichtet, aber in den Zahlen spiegelt sich das nur bedingt wider. Da muss noch mehr kommen. Für einen Wachtumsschub fehlt uns momentan die Phantasie, daher ist unsere Prognose auch eher konservativ und vorsichtig.

Wir werden diese Aktie auch weiterhin in unserer Coverage abdecken und regelmäßig unsere Einschätzung aktualisieren.

Laut unseren Berechnungen ist die Aktie momentan fair bewertet.

Vielen Dank für Ihr Interesse an dieser Aktienanalyse und fürs Lesen!

*** Wenn Sie unsere Aktienanalysen hilfreich finden, dann schauen Sie doch auf unsere Übersicht. Dort finden Sie regelmäßig aktualisierte und neue Aktienanalysen.

Bitte beachten Sie unsere rechtlichen Hinweise zur Aktienanalyse. Die Analyse stellt keine Anlagenberatung dar oder eine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf der Aktie. Der Autor ist in diese Aktie nicht investiert.

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Aktien Jahresrückblick 2020 und Ausblick 2021

Rückblick auf 2020

Seit Mai 2020 ist dieser Blog online und hatte seitdem über viereinhalb Tausend Seitenaufrufe. Wir hoffen, dass wir dem einen oder anderen Investor mit unseren Aktienanalysen helfen konnten. Das Jahr 2020 war nicht nur der Start unserer Website, sondern ein Jahr, das durchaus in die Geschichtsbücher eingehen wird. Die COVID-19 Krise hat schlagartig die Welt und unsere Lebensweise verändert. So ein Ereignis ist ein großes Risiko, bietet jedoch auch neue Chancen.

Besonders an der Börse ging es in 2020 teilweise sehr verrückt zu. Angst und Gier waren selten so eng beieinander. Nach dem schweren Crash im März und April des Jahres ist davon, vor allem in den USA, nicht mehr viel übrig. Die US-Indizes haben schon wieder neue Allzeithochs erreicht. Auch in Deutschland gab es schon wieder ein neues Hoch.

Aktien 2021 2020 Rückblick Ausblick

Neben dem Virus, von dem wir alle hoffen, dass es bald wieder Geschichte ist, und allem was damit zusammenhängt, haben viele weitere Ereignisse das Börsenjahr 2020 geprägt. Dazu gehört die US-Wahl, der Wirecard Skandal, die Geldpolitik der EZB und FED, sowie zahlreiche sehr eindrucksvolle Börsengänge.

Wir haben in diesem Jahr sehr viele Aktien analyisert, Updates nach Earningsreports erstellt und versucht, unsere Website, die Artikel und die Analysen selbst stetig zu verbessern und zu optimieren. Wer die ersten Artikel kennt und die letzten daneben legt, erkennt diese Entwicklung sehr deutlich. Wir möchen auch im kommenden Jahr an die ersten kleinen Erfolge anknüpfen und Investoren im deutschsprachigen Raum mit vielen wertvollen und hoffentlich hilfreichen Analysen bei ihrer Entscheidungsfindung unterstützen.

Ausblick auf 2021

Es gibt zahlreiche Anlagestrategien und Analyseansätze. Wir sind zwar überzeugte Value Investoren, jedoch auch der Meinung, dass sich das Value Investing weiterentwickeln muss. Nur nach geringen KGV´s oder KBV´s zu suchen, ist heutzutage nicht mehr zielführend. Das liegt nicht nur an steigenden Bewertungen und niedrigen Zinssätzen, sondern auch an der Entwicklung und Veränderung vieler neuer Geschäftsmodelle.

Einige Ideen von Graham, wie bspw. die Sicherheitsmarge, sind durchaus zeitlos und bieten eine gute Orientierung für jede rationale Entscheidung. Doch sind andere Kennzahlen, wie eben genannt, heute nicht mehr unbedingt zeitgemäß. Wir möchten versuchen, diese weiterzuentwickeln und werden diese auf heutige moderne Unternehmen übertragen. Ein erster Schritt in diese Richtung ist der Graham Value Adjusted.

„Those who keep learning, will keep rising in life.“

Charles Munger

Im Vordergrund steht bei unserer Bewertung dennoch das DCF Verfahren. Wir versuchen stetig, unsere Prognosen zu verbessern und so viele Informationen wie nötig zu berücksichtigen. Die Bewertung eines Unternehmens oder von Aktien muss kein Hexenwerk sein. Und wir möchten unsere Bewertungsmodelle und Analysen möglichst einfach halten. Wir sind davon überzeugt, dass für eine sinnvolle Analyse keine höhere Mathematik oder künstliche Intelligenz nötig ist. Am wichtigsten ist der gesunde Menschenverstand, ein grundlegendes Verständnis des Unternehmens und einige mathamatische Grundlagen.

People calculate too much and think too little.“

Charles Munger

Wir werden weiterhin auch in 2021 zu den vielen Aktien, die wir schon analysieren, regelmäßige Updates schreiben und auch viele neue Aktien hinzufügen. Darüber hinaus sind einige Verbesserungen geplant, um unsere Analysen transpartenter und besser zu machen. Zudem wollen wir unsere Übersichtsseite mit allen Aktienanalysen übersichtlicher gestalten.

Wir freuen uns sehr auf das neue Jahr und wünschen allen ein frohes neues Jahr, Glück, Gesundheit und viele gute Investitionen.

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Analyse Mastercard Aktie

Beschreibung des Unternehmens Mastercard Inc.

Mastercard ist ein US-amerkanischer Technologiekonzern, der ein Netzwerk für Zahlungsdienstleistungen betreibt. Der Hauptsitz des Konzern ist in Purchase, New York, USA. Zum 31.12.2019 hat das Unternehmen 18.600 Mitarbeiter beschäftigt.

Mastercard ermöglicht es durch sein Zahlungsnetzwerk elektronische Zahlungsformen anstelle von Bargeld und Schecks zu nutzen. Das globale Zahlungsnetzwerk verarbeitet Zahlungstransaktionen (Autorisierung, Abwicklung und Verrechnung) und liefert damit verbundene Produkte und Dienstleistungen. Dazu gehören zusätzliche Zahlungsverkehrskapazitäten, die Automated Clearing House („ACH“)-Transaktionen (sowohl Batch- als auch kontobasierte Zahlungen in Echtzeit) umfassen. Darüber hinaus bietet Mastercard Dienstleistungen wie Cyber- und Intelligence-Produkte, Informations- und Analysedienste, Beratung, Kundenbindungs- und Prämienprogramme sowie Processing an.

Eine typische Transaktion im Kernnetzwerk involviert neben Mastercard vier weitere Teilnehmer: den Kontoinhaber (eine natürliche oder juristische Person, die eine Karte besitzt oder ein anderes zahlungsfähiges Gerät verwendet), den Issuer (das Finanzinstitut des Kontoinhabers), den Händler und den Acquirer (das Finanzinstitut des Händlers). Dieses System wird „4-Party-Model“ genannt.

Mastercard selbst gibt keine Karten aus und gewährt auch keine Kredite. Das Unternehmen erzielt Umsatzerlöse auf der Grundlage des „Gross Dollar Volume“ („GDV“) und aus anderen Gebühren, die den Kunden für die Verarbeitung von Transaktionen und aus anderen zahlungsbezogenen Produkten und Dienstleistungen in Rechnung gestellt werden.

Das Mastercard Netzwerk hat in 2019 87,3 Millarden Transaktionen mit einem Gross Dollar Volume von 6.461 Millarden USD verarbeitet. Weltweit waren 2.174 Millionen Karten im Umlauf. Nach VISA ist Mastercard das zweitgrößte Zahlungsnetzwerk der Welt.

  • WKN: A0F602
  • ISIN: US57636Q1040
  • Ticker: MA
  • Kurs zum Bewertungszeitpunkt: 333 USD
  • Aktuelle Dividende je Aktie: 0,40 USD / Quartal

Bilanz / GuV / Cashflow der letzten Jahre

Mastercard Bilanz
Bilanz 2015 bis Q3 2020

Wie bei jeder fundamentalen Analyse ist ein Blick in die Bilanz von Mastercard der erste Schritt unserer Analyse. Grundsätzlich ist auf den ersten Blick zu sehen, dass die Bilanzsumme seit 2015 etwa verdoppelt wurde.

Auffällig ist dabei zu sehen, dass das Eigenkapital dagegen gesunken ist. Dies liegt an den Aktienrückkäufen, die das Eigenkapital des Unternehmens schmälern. Darüber hinaus sind die langfristigen Verbindlichkeiten seit 2015 stetig angestiegen. Insbesondere in 2019 und 2020, auch durch die COVID-19 Krise bedingt, ist der Anstieg sehr deutlich. Dadurch reduzierte sich u.a. die Eigenkapitalquote von 37,3% in 2015 auf momentan 18,5%.

Die stetig ansteigende Schuldenlast wird im Laufe dieser Analyse immer wieder angesprochen, da sie sich in verschiedenen Kennzahlen widerspiegelt. Jedoch ist dies auch etwas zu relativieren. Klar zu sehen ist, dass das geliehene Geld zur Sicherung der Liquidität genutzt wird.

Mastercard GuV Aktie
GuV 2015 bis 2020 Q3

Die Darstellung der Umsatzerlöse von Mastercard sollte an dieser Stelle kurz erläutert werden. Der im Geschäftsbericht ausgewiesene Umsatz ist eine sogenannte Nettodarstellung. Das bedeutet, das im ersten Moment der reine Umsatz deutlich höher ist. Jedoch zahlt Mastercard seinen Partner für die Nutzung des Netzwerks sogenannte „Rebates and incentives“, die den Umsatz im zweiten Schritt wieder reduzieren. Diese Bonuszahlungen werden in der Regel beim Erreichen bestimmter Volumina oder Ähnlichem von Mastercard ausgezahlt.

in Mrd. USD201920182017
Brutto Umsatz24,921,818,3
Rebates und Incentives-8,1-6,9-5,8
Netto Umsatz16,814,912,5
Anteil Rebates am Umsatz32,5%31,6%31,7

In der Tabelle ist zu sehen, dass der Anteil der Rebates um Umsatz relativ hoch ist. Ca. 32% des Umsatzes werden den Kunden in Boniform wieder rückerstattet. Im Geschäft der Zahlungsdienstleister ist das jedoch durchaus üblich und unkritisch.

Mastercard weist keine Cost of sales aus, sondern nur „operating expenses“, die wir als SGA deklarieren. Der Anteil dieser am Umsatz beträgt im Durchschnitt 46,9%. Der Anteil des Non-Cash Working Capital am Umsatz beträgt durchschnittlich -24,8%.

Mastercard Cashflow Aktie
Cashflow 2015 bis 2020 Q3

Die ganze stärke von Mastercard wird mit einem Blick auf die Kapitalflussrechnung deutlich. Die Entwicklung des operativen Cashflows ist sehr stark und die Investitionen, die dafür nötig sind eher überschaubar. Der Anteil der Investitionen am Umsatz beträgt im Durchschnitt 3,9%.

In den vergangenen Jahren hat Mastercard sehr viele eigene Aktien gekauft. So beträgt die Payout Ratio, ermittelt als Anteil der Dividendenzahlungen und Aktienrückkäufen am Jahresüberschuss im Durchschnitt 106,3%.

Im nächsten Kapital der Aktienanalyse der Mastercard Aktie schauen wir uns die fundamentalen Kennzahlen an.

Kennzahlen für die Aktienanalyse

Mastercard Profitabilität Aktie
Profitabilität von 2015 bis 2020 Q3

Die Net Margin von Mastercard berug im Q3 2020 41,4%. Im Durchschnitt beträgt diese 39,5%. Die Operating Margin liegt im Q3 2020 bei 53,9% und somit 1PP besser als der Durchschnitt der letzten 5 Jahre (52,9%). Die Free Cashflow Marge lag im Q3 2020 bei 39,5% und im Durchschnitt bei 40,2%.

Als Zwischenergenis ist zu sagen, dass die Profitabilität von Mastercard absolut überragend ist.

Mastercard Aktie Rentabilität

Der Return on Equity lag in 2019 bei 137,2% und im Durchschnitt bei 90,2%. Der Return on Invested Capital (ROIC) liegt im Durchschnitt bei 176,0%.

Logische Konsequenz der starken Profitabilität ist auch die überragende Rentabilität.

Mastercard Aktie Verschuldung

Mastercard hat in den vergangenen Jahren systematisch Schulden gemacht. Sämtliche Verschuldungskennzahlen haben sich seit 2015 verschlechtert. Das liegt zwar auch einigen wenigen Akquisitionen, jedoch wurden teilweise damit auch Aktienrückkäufe finanziert. Das ist für uns als Value Investoren nicht nachvollziehbar. In Summe wurden von 2015 bis 2019 über 4,2 Mrd. USD mehr ausgezahlt, als freier Cashflow zur Verfügung stand.

Nachdem wir die fundamentalen Kennzahlen analysiert haben geht es an die DCF Bewertung.

Bewertung der Mastercard Aktie

BewertungskennzahlWert
DCF Fair Value315,39 USD
Übersicht Bewertungsergebnis

Für das DCF Verfahren sind folgende Schätzungen und Parameter in die Berechnung eingeflossen.

  • WACC: 5,199%
  • Wachstumsfaktor TV: 2,065%
  • Taxrate: 30%
in Mio EUR.202020212022202320242025
Sales15.13917.79019.14420.49821.85223.206
Owners Earnings6.8579.2249.55410.20610.85811.510

Der Equity Value, ermittelt mittels DCF Verfahren, beträgt somit ca. 317 Mrd. USD. Das entspricht einem Wert je Aktie von 315,39 USD. Die Sicherheitsmarge beträgt somit etwa 93%. Damit wäre die Aktie überbewertet.

Erläuterungen zur Mastercard Aktie Aktienanalyse

Mastercard hat mit seiner Technologie und dem Zahlungsnetzwerk einen Burggraben erschaffen, der eigentlich nicht mehr zu überwinden ist. Es gibt zwar neben dem großen Konkurrenten durchaus einige innovative Zahlungsdienstleister, wie z.B. Paypal, dennoch ist dieses Netzwerk nicht mehr wegzudenken. Neben dem Netzwerk und der Technologie, ist auch die Marke Mastercard durchaus sehr bekannt, angesehen und beliebt. Vor allem in Deutschland ist die Werbung „… ist unbezahlbar, für alles andere gibt es Mastercard“ bekannt.

Mastercard kann teilweise schon eine monopolartige Stellung zugeschrieben werden, was auch gewisse rechtliche Risiken mit sich bringt. Doch sind diese erstmal nicht so groß um sich ernsthaft sorgen machen zu müssen.

Für unser DCF Verfahren haben wir die Entwicklung von Mastercard mittels statistischer Analysen prognostiziert. Unsere Umsatz- und Owners Earnings-Schätzung für 2020 bis 2025 hat sich nun wie folgt dargestellt:

Mastercard Aktie DCF Verfahren

Im Jahr 2020 haben Umsatzerlöse i.H.v. 15.139 Mio. USD geschätzt. Für das Jahr 2025 erwartet wir einen Anstieg auf 23.206 Mio. USD. Die Owners Earnings haben wir mit 6,857 Mrd. USD für 2020 und mit 11,510 Mrd. USD für 2025 geschätzt (vgl. Tabelle oben).

Die Owners Earnings leiten sich ab aus dem Net Income, abzüglich den geschätzten Investitionen, Working Capital Bedarf und sonstigen zahlungsunwirksamen Effekten.

Für den Terminal Value haben wir einen Wachstumsfaktor von 2,065% geschätzt. Daraus ergibt sich ein Fair Value je Aktie von ca. 315,39.

Somit scheint die Aktie im Moment überbewertet zu sein.

Wie gewohnt beurteilen wir im nächsten Schritt die fundamentale Aktienanalyse. Diese führen wir wie gewohnt in den Kategorien Wachstum, Profitabilität, Rentabilität und Kapitalstruktur durch.

Wachstum

Das Umsatzwachstum in den vergangenen 5 Jahren von Mastercard betrug im Durchschnitt 15,0%. Das Net Income ist im gleichen Zeitraum um 20,8% gestiegen. Der operative Cashflow ist um 18,9% gewachsen. Der Free Cashflow ist durchschnittlich um 18,7% gestiegen.

Mastercard Aktie Wachstum

Das sind sehr starke Wachsumsraten.

Profitabilität

Das Unternehmen ist hochproftiabel. Die Net Margin betrug im Durchschnitt 39,5%. Die Operating Margin betrug im selben Analysezeitraum durchschnittlich 52,9%. Die Free Cashflow Marge betrug 40,2%. Das Unternehmen nimmt mit diesen Kennzahlen einen absoluten Spitzenplatz ein.

Rentabilität

Der Return on Equity (ROE) betrug im Durschnitt 90,2% und der ROIC 176,0%. Diese zahlen sprechen für sich. Dem ist nichts hinzuzufügen.

Kapitalstruktur und Verschuldung

Der Verschuldungsgrad betrug im Durchschnitt 119,9% und die Debt/Op CF Ratio 0,99. Die Eigenkapitalquote liegt momentan bei 18,5%. Zurzeit ist die Verschuldungquote auf 214,7% gestiegen und die Debt/OP CF Ratio auf 2,53. Das sind zwar keine kritischen Werte, sind im langjährigen Vergleich jedoch deutlich erhöht.

Dividende

Mastercard hat angekündigt im kommenden Quartal 0,44 USD je Aktie an Dividende auszuschütten. Das entspricht einer Dividendenrendite von 0,52%.

Mastercard Dividende Aktie

Das durchschnittliche jährliche Dividendenwachstum der letzten 5 Jahre betrug 26%.

Kriteren für den Kauf der Aktie

Fassen wir zusammen und stellen unsere Kriterien nochmals tabellarisch auf:

KennzahlExpectedCurrentAverageKriterium
Net Margin39,5%41,4%39,5%>10%
FCF Marge39,5%39,5%40,2%>5%
Verschuldungk.A.214,7%119,9%<150%
Debt/Op CF.k.A.2,530,99<5
ROEk.A.137,2%90,2%>15%
Umsatzwachstum8,9%-10,3%15,0%>5%
Gewinnwachstum8,9%-23,1%20,8>5%
Vergleich fundamentale Kennzahlen mit Kriterien

Prognose und Fazit

Die Mastercard Aktie kann mometan 6 von unseren 7 Kriterien erfüllen.

Net Margin: Die geforderte Net Margin von 10% wird mit momentan weiter übertroffen. Auch im Prognosezeitraum wird diese weiterhin stabil bleiben.

FCF Marge: Die FCF Marge ist mit 40,2% im Durchschnitt ebenfalls weit über unserem Kriterium von 5%. Wir schätzen in diesem Fall, dass diese in den kommenden Jahren auf ähnlichem Niveau verbleiben wird.

Verschuldung und Debt/OP CF Ratio: Wir gehen davon aus, dass das Unternehmen die Schuldenlast nach der COVID-19 Krise wieder abbauen wird.

ROE: Ausgehend von unserer Erwartung für die Profitabilität, gehen wir auch davon aus, dass der ROE weiterhin unser Kriterium erfüllen wird.

Wachstum: Beim Umsatz und Gewinnwachstum gehen wir davon aus, dass unsere Kritien künftig weiterhin erfüllt werden können.

Kurzes Fazit:

Bis auf den kleinen Schönheitsfehler bei der Verschuldungsquote kann Mastercard auf ganzer Linie überzeugen. Vor allem die Profitablität und die Fähigkeit freie Cashflows zu generieren sind unglaublich. Dazu hat Mastercard ein zukunftsfähiges Geschäftsmodell, das sehr gut skalierbar ist. In vielen teilen der Welt werden noch sehr viele Transaktionen bar bezahlt und der Wechsel zu digitalen Lösungen und Kartenzahlungen hat noch sehr viel Potential. Durch die COVID-19 Krise gab es hier auch schon einen kleinen Schub, da die Menschen kontaktlos zahlen wollen. Wir gehen davon aus, dass diese Entwicklung fortgeführt wird. Und davon wird Mastercard sehr stark profitieren.

Wir werden diese Aktie auch weiterhin in unserer Coverage abdecken und regelmäßig unsere Einschätzung aktualisieren.

Laut unseren Berechnungen ist die Aktie momentan überbewertet.

Vielen Dank für Ihr Interesse an dieser Aktienanalyse und fürs lesen!

*** Wenn Sie unsere Aktienanalysen hilfreich finden, dann schauen Sie doch auf unsere Übersicht. Dort finden Sie regelmäßig aktualisierte und neue Aktienanalysen.

Bitte beachten Sie unsere rechtlichen Hinweise zur Aktienanalyse. Die Analyse stellt keine Anlagenberatung dar oder eine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf der Aktie. Der Autor ist in diese Aktie investiert.

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Update Q3 Kroger Aktie

Q3 2020 Earnings von Kroger

The Kroger Inc. hat vor kurzem die Zahlen zum dritten Quartal 2020 veröffentlicht.

Q1-Q3 2020Q1-Q3 2019rel. Abw.
Umsatz101.75193.393+8,8%
Net Income2.6641.212+119,8%
Net Margin2,6%1,3%+101,8%
Free Cashflow3.8831.685+130,4%
Operativer CF5.9454.048+46,9%
Übersicht Q3 Ergebnis

Wie auch die anderen US-amerikanischen Supermarktkätten profitiert Kroger stark von der COVID-19 Krise. Der Umsatz ist im Vergleichszeitraum um 8,8% gestiegen. Cashflow und Net income haben sich stark erhöht (vgl. Tabelle oben).

Auch wächst Kroger vor allem im Bereich „Digital Media“ sehr stark. In diesem Bereich sind die Verkäufe um 108% gestiegen. Insgesamt ist die Entwicklung in diesem Jahr sehr stark und bietet eine gute Möglichkeit für künftiges Wachstum.

Update Bewertung der Kroger Aktie

Basierend auf den neuen Erkenntnissen haben wir unser DCF Modell angepasst.

Den Wachstumsfaktor für den Terminal Value haben wir auf 0,703% gesenkt (vorher 1,0%). Der Grund hierfür ist unsere Einschätzung, dass durch die Covid-19 Krise und dem momentanen Boom bein Kroger viel potentielles Wachstum vorweggenommen wird.

Der WACC hat sich durch die Aktualisierung der Eigenkapital- und Fremdkapitalkosten von 3,702% auf 3,729% erhöht.

Darüber hinaus haben wir unsere Schätzung für den Umsatz, das Net Income und die Owners Earnings auf Basis der neuen Erkenntnisse aus dem Q3 Report von Kroger aktualisiert.

Wir gehen nun von einem Umsatz in 2020 von 133,2 Mrd. USD aus, der bis 2030 auf 165,2 Mrd. USD ansteigen wird (vorher 136,4 Mrd. USD/keine Einschätzung für 2023). Für 2020 schätzen für Kroger nun Owners Earnings i.H.v. 2,0 Mrd. USD und für 2024 i.H.v. 1,5 Mrd USD (vorher 1,4 Mrd. USD).

Kroger DCF Verfahren Q3 2020 Earnings

Diese Anpassungen führen zu einem Equity Wert i.H.v. 35,4 Mrd. USD (vorher 34,4 Mrd.). Somit steigt der Fair Value je Aktie von 43,11 USD auf 45,80 USD. Angesichts des momentanen Kurses ist die Aktie u.E.n. unterbewertet.

Fazit und Prognose zur Kroger Aktie

Kroger scheint bisher überdurchschnittlich stark von der COVID-19 Krise zu profitieren. Es wird spannend zu sehen sein, ob das Unternehmen auch nach der Krise von dem Wachstumsschub profitieren kann und auch daran anknüpfnen kann. Wir gehen davon aus, dass das Umsatzwachstum in 2021 etwas staginieren wird, da vieles vorgweggenommen wird. Ähnliche Einschätzungen teilen wir auch bei Target.

Für uns schein Kroger etwas unterschätzt im Vergleich zu Walmart und Target. Zwar konnten Walmart und Target teilweise stärker im Onlinegeschäft wachsen als Kroger, doch sollte nicht vergessen werden, dass Kroger trotzdem weiterhin ein Riese im US-Markt ist. Schließlich betrug der Umsatz in 2019 über 122 Mrd. USD. Das sollte nicht vergessen werden. Dazu ist die Aktie im Vergleich zu Walmart und Target nicht so heiß gelaufen und bisher eher stagniert. Kroger hatte zwar eine Zeit lang die Nase vorn, doch nachdem vor allem Target sehr starke Zahlen veröffentlicht hat hat die Aktie sehr schnell an Wert gewonnen.

Kursentwicklung Kroger Walmart Target 2020

Weiterhin zahlt Kroger eine stabile Dividende und hält am Aktienrückkaufprogramm fest. Für 2020 sind weitere Rückkäufe i.H.v. von 1,1 bis 1,3 Mrd. USD geplant. Die Dividendenrendite liegt momentan bei ca 2,33%. Ferner wird mit einem operativen Gewinn i.H.v. 4 bis 4,1 Mrd. USD gerechnet und EPS von 3,30 bis 3,35 USD (unsere Einschätzung ist 3,30 bei stabiler Anzahl ausstehender Aktien).

Weiterhin sind die übrigen fundamentalen Kennzahlen solide. Hier eine kurze Übersicht:

KennzahlQ3 2020
Operating Margin3,2%
Net Margin2,1%
Free Cashflow Marge13,1%
Verschuldungsgrad134,6%
Langfristige Verb. / Op CF2,27
Eigenkapitalquote20,7%

Auf Basis unserer Ermittlung schätzen wir die Aktie als unterbewertet an. Die Sicherheitsmarge beträgt 153%. Es sollte von dieser Aktie zwar kein Kursfeuerwerk erwartet werden. Wer jedoch nach einer soliden Value Aktie sucht, könnte bei dieser richtig ist. Auch Warren Buffets Berkshire Hathaway hat in diese investiert und zwischenzeitlich sogar aufgestockt. Inzwischen sind es ca. 25 Mio. Aktien.

Vielen Dank für ihr Interesse und fürs lesen!

Hier finden Sie übrigens unsere bisher erschienenen Analysen zu dieser Aktie:

Q4 2019, Q1 2020

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Bitte beachten Sie unsere rechtlichen Hinweise zur Aktienanalyse.

Die Analyse stellt keine Anlagenberatung dar oder eine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf der Aktie. Der Autor ist in diese Aktie nicht investiert.